In seinem vierten Programm macht Guido Tartarotti, was er am liebsten tut: Er erzählt Geschichten. Geschichten von seinen Reisen. Von denen, die er gemacht hat. Und von denen, die er gemacht haben könnte. Etwa die nach Spanien, zum Frühstücks-Esel. Oder die nach Italien, wo es wütende Federn zum Abendessen gab. Oder die in den Schrebergarten Eden.Oder die an den Ort, wo angeblich die Arachibutyrophobie wohnt. Oder die in seine linke kleine Zehe. Oder auch die Reise zum Mond, die er als Kind antrat, um Gott einen Witz zu erzählen…
Guido Tartarotti hat das Publikum zu sich eingeladen, um ihm Urlaubsfotos zu zeigen. Aber die geplante Diashow macht sich selbstständig. Es geht um die Bevormundungsgesellschaft, in der das Schnitzel immer den Horizont verdeckt. Es geht um Gammelknödel, Kinnriemen und Verkehrsstau auf der Speisekarte, um hemmungslosen Zehenverkehr, um Vollmondkoffer und Pirschelbären. Es geht um Hausschlangen am Strand, UFO-Landeplätze in Kuhfladen, dogmatische Baumumarmer im globalen Waldviertel und Ernsthosenkacker, um unser größtes Talent, den Selbstbetrug, und um die Frage: Was tun, wenn man in sich gehen will, aber niemand ist zu Hause, um die Türe zu öffnen?
2008 wagte sich der KURIER-Kolumnist Guido Tartarotti mit „Über Leben“ erstmals auf die Kabarettbühnen. Es folgten „Daneben“ und „Heini Hemmi“. In seinem vierten Programm „Urlaubsfotos (keine Diashow)“ begibt er sich auf eine wild assoziierende Gedankenreise von Philosophie zu purem Unfug und wieder retour, wie immer unter besonderer Berücksichtigung von Fundstücken vom Pannenstreifen des Lebens: Verunglückten Zeitungs-Schlagzeilen, verunfallten Übersetzungen auf Speisekarten und Hinweisschildern, unfreiwillig lustigen, unfreiwillig weisen Ge- und Verbotstexten im öffentlichen Raum.
Vermutlich werden auch das Meerschwein und Hansi Hinterseers linker Moonboot wieder ihren Auftritt haben.