I Stangl redet Klartext, nennt das Kind beim rechten Namen. Mit seinen scharfen Pointen in jedem einzelnen Satz fühlt der Kabarettist mit der auffälligen Frisur den Fragen der Zeit auf den Zahn. Dabei versteht sich I Stangl aber auch auf albernen Witz verpackt in seine außerordentlich darstellerische Qualität. Wie niemand sonst setzt er die Kategorie „Ärger“ in seinen Programmen um und bringt sie mit viel Selbstironie auf die Bühne.
Sein neues Programm wollte er „Sitz dich schlank!“ oder „Jogge, ohne dich zu bewegen!“ nennen, bis er drauf kam, dass es sich um kein Fitness-Kabarett handelt. „Bitte überlassen Sie alten und gebrechlichen Kabarettisten ihr Eintrittsgeld!“ schien ihm doch zu unterwürfig. Blieben schließlich die Titel „Wieso Frauen nie zuhören, wenn Männer schweigen“ sowie „In jedem Mann steckt etwas Gutes, und wenn es nur das Küchenmesser ist“, aber die waren einfach zu lang. Außerdem kommt kein Küchenmesser vor. Auch keine schweigenden Männer.
Warum heißt dieses Programm also „In Mama war es doch am schönsten“? Weil dieser Titel an eine geile Zeit erinnert. Mit Non-Stop-Catering, ohne Wecker, Arbeit und Steuererklärung. Super, oder???